Von Pitlochry nach Blair Atholl

*** Heute von Co-Author Mark Stohlmann ***

Heute habe ich die Ehre, über unsere Erlebnisse der zweiten Etappe unserer Wanderung zu schreiben. Zwar bin ich in diesem Metier nicht so geübt wie Markus, seien Sie jedoch versichert, dass ich mir alle Mühe gegeben habe. Diesen Blogeintrag möchte ich meiner wundervollen Frau widmen, die mir diese Reise erst ermöglicht hat. Sie ist nämlich parallel mit unseren drei Jungs auf Mutter-Kind-Kur…

Kurz zu mir: ich bin der Mark und verfüge über 25 Jahre an Erfahrung mit Urlauben mit Markus 😉. Wir teilen die Liebe zu Schottland, das wir zusammen das erste Mal 1990 im Rahmen unserer Abiturfahrt erleben durften. 

Warum wandere ich gerne in Schottland? Weil ich dabei mein Gehirn getrost ausschalten kann und die unvergleichbar schönen Eindrücke dann ungehindert direkt ins Herz gehen. Das mag pathetisch klingen, ist aber genauso!

8:00 Uhr:Aufwachen und nach kurzer Dusche und Rucksacksortieren finden wir uns im gemütlichen Frühstücksraum des Craigvrack Hotels wieder. Markus: Full Scottish, ich: vegetarian Scottish. Ja, gibt es auch und zur Abwechslung gar nicht übel 😀

Breakfast !

Um 9:40 ging es dann los Richtung Blair Atholl. Die Wettervorhersage ließ hoffen: heiter bis wolkig bei ca. 19 Grad. Genauso war es auch. 

Die erste Hälfte des Tages sonnig, die zweite Hälfte bewölkt. Interessanterweise reflektierte das auch die Schönheit der jeweiligen Streckenabschnitte: die erste Hälfte sehr abwechslungsreich, landschaftlich reizvoll und voll sehenswerter Ausblicke. Die zweite Hälfte eher monoton und auf einer Teerstraße.

Es ging zunächst wieder runter in den Ort und dann Richtung Westen entlang am River Tummel, der an dieser Stelle eher einem See gleicht und ja, eigentlich auch so heißt: Loch Faskally!

Loch Faskally

Wie gesagt, herrlichstes Wetter, sonnig und eine steife Brise, die die Blätter der Bäume zum Rauschen bringt. Ich liebe Wind und Blätterrauschen. Das Rauschen geht über in das Rauschen des Flusses. Dafür verantwortlich sind elektrisch betriebene Beschleunigungsbereiche des Flusses, die auch noch nett anzuschauen sind: Stromschnellen 😀

Stromschnelle

Heute funktioniert die Waypoint-Ansage der App auf Markus Handy, die uns den Weg weist: wir kommen zum Soldiers Leap. Dort sprang angeblich ein englischer Soldat auf der Flucht vor den Schotten über eine beachtlich breite Stelle des Flusses. Würde ich mich so einfach definitiv nicht trauen. Mit dem sicheren Tod im Nacken aber wohl eher schon…

Nach wenigen weiteren Kilometern erreichen wir eine Brücke, von der man Bungee-Jumpen könnte. Aber es ist niemand vor Ort. Ich schlage Markus daher vor, dass wir einfach unsere Schnürsenkel zusammenbinden könnten und es auf eigene Faust probieren. Unverständlicherweise schüttelt er vehement den Kopf. Angsthase…

Es geht also ohne Sprung nach unten weiter und wir erreichen den Stone of Balfour. Er markiert (mitten auf dem Weg in der Erde liegend) das Grab eines Soldaten, der in der Schlacht von Killiecrankie hier sein Leben ließ. 

Wenn wir mal nicht auf das Handy schauen, haben wir dann immer noch unseren treuen Weggefährten Wully dabei, der uns mit seinem Wissen über die Gegend (er ist ja geborener Schotte!) an Weggabelungen zeigt, in welcher Richtung es weitergeht.

Wullie kennt den Weg !

Plötzlich hören wir Schreie! Wir kommen zu einer Brücke, die wir eigentlich nicht überqueren müssen. Doch die Neugier lässt uns nach der Herkunft der teils lebensbedrohlich wirkenden Laute Ausschau halten. Entwarnung: eine Gruppe von Jugendlichen mit zwei Guides treibt eingepackt in schwarze Neoprenanzüge und weiße Helme auf knallblauen, großen Reifen im River Tummel und hat sichtlich Spaß.

Wir marschieren beruhigt weiter und der Fluss gabelt sich: wir laufen nun am Fluss Garry entlang. Nach kurzer Zeit überqueren wir ihn. Von nun an ändert sich die Szenerie. Nicht nur der Untergrund des Weges hat von Waldboden auf Asphalt gewechselt, auch ist es nun zunehmend bewölkt und die Wolken lassen die Sonne nicht mehr durch…

Nach einer kurzen Pause, in der wir Wasser zu uns nehmen und das erwärmte Abfallprodukt von uns geben (ja wir mussten pinkeln!) nehmen wir die letzten drei Kilometer in Angriff. Nicht ganz so geschafft wie am Vortag kommen wir am Atholl Arms Hotel – unserer Unterkunft für die kommende Nacht – an. Erst mal Duschen und Umziehen und dann ein erstes Belohnungsbier im Biergarten! der Hotelbar. Nun scheint wieder die Sonne. Herrlich 😀!

Morgen geht es dann ab in die Berge: noch weniger Menschen, noch mehr Grün. Was soll ich sagen – jetzt geht es richtig los. Ich freue mich schon riesig…


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24. Mai – 2. Etappe — Keine Kommentare

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