Von Blair Atholl zu den Falls of Tarf

Lang, lang ist es her. 1994 haben wir beide schon einmal den Versuch unternommen, von Blair Atholl bis nach Aviemore zu wandern. Aber bei den Falls of Tarf mussten wir damals abbrechen und zurück gehen. Wir waren jung und dumm, nicht gerade gut vorbereitet und hatten deutlich zu viel an Gewicht dabei. Und zu wenig zum essen.

Heute soll nun also alles anders werden und wir werden nicht wieder aufgeben. Genügend Proviant, eine vernünftige Routenplanung, ein sinnvolles Rucksackgewicht und viele Jahre Erfahrung werden uns wohl helfen. Drei Tage völlig außerhalb der Zivilisation liegen vor uns. Jetzt geht es richtig los !

Nach einem guten Frühstück starten wir um 10:00 in den Tag.

 Auf alten Pfaden gewissermaßen, allerdings am Anfang auf einer leicht anderen Route, die das marschieren deutlich einfacher macht und die anstrengende auf- und ab Strecke am Eingang des Glen Tilt vermeidet. Durch lichte Wälder führt uns der Weg immer hinauf und weiter hinauf bis ein gutes Stück vor der Marble Lodge der Wald endet. Schlagartig ändert sich die Landschaft und ab jetzt heißt es schwitzen, denn die Sonne brennt erbarmungslos von einem strahlend blauen Himmel auf uns herab. Das kann ja heiter werden …


Noch sind wir nicht ganz in der Wildnis angekommen, aber der Glen Tilt wird mit jedem Kilometer rauer und schöner, während der River Tilt über unzählige kleine und große Stromschnellen und Wasserfälle oft tief unterhalb des Wegs seine rauschende Begleitung zur Landschaft darbietet.

Nach etwa 2 Dritteln der Wegstrecke passieren wir Forest Lodge, den letzten Außenposten der Zivilisation. Nach einer kurzen Pause geht es schon weiter, immer weiter hinauf, immer weiter am rauschenden Fluss entlang, immer weiter durch dieses Eiszeittal, das mit seiner rauen, wilden Schönheit jeden in seinen Bann zieht.

Kurz vor 17:00 erreichen wir unser Tagesziel, die Wasserfälle an der Mündung des Tarf Water in den River Tilt. Geschafft ! Über 20 Jahre ist es her, daß wir hier waren. Nichts hat sich verändert an diesem wunderschönen Fleckchen Wiese direkt am Fluss neben den Wasserfällen. Und sogar unser Stellplatz fürs Zelt, den wir damals hatten ist immer noch erste Wahl und auch frei – es ist niemand da außer uns. Ein Traum !

Tee kochen, Zelt aufbauen, Essen kochen und dann widmen wir uns glücklich und zufrieden dem Fläschchen „Zaubertrank“, das wir mitgebracht haben. Der Fluß rauscht, wir schnarchen.


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25. Mai – 3. Etappe — Keine Kommentare

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