Bopfingen – Brastelburg

Gestern Abend wollte ich noch gemütlich etwas trinken gehen und fand auch instinktiv das richtige Lokal dafür. (für Insider: In Treuchlingen wäre das die Klause, und in Inverness die Market Bar … 😇)

Nach einer folglich etwas zu kurzen Nacht bin ich aber trotzdem zur geplanten Zeit beim Frühstück und sogar noch vor 09:00 erfolgt der Abmarsch, hinaus in das feuchte, trübe und graue Zeug, das sie hier in Bopfingen Wetter nennen. Kurzzeitig kamen mir sogar Gedanken wie „Bahnhof“, „Zug“ und „überspringen“ in den Kopf, aber die habe ich schnell vertrieben. Entgegen aller Vernunft und aller Wettervorhersagen. Auf geht’s! Keine Müdigkeit! Rauf da! (wohin auch sonst …)

Meine Siebenmeilenstiefel (unterstützt durch die Lekis) katapultieren mich also förmlich in Windeseile … OK, OK, ich hör ja schon auf! Also: Ich schleppe also mich und den Rucksack inkl. der obligatorischen Wasserflaschen mühsam den obligatorischen Steilhang hinauf, nur um dann auch gleich die ganzen schönen Höhenmeter wieder beim Abstieg nach Aufhausen komplett abzubauen. Aber dazwischen kann man nicht meckern! Schöne Aussicht zurück zum Bopfinger Hausberg, dem Ipf. Und ein schöner Weg (keine Forstautobahn) durch einen lockeren Mischwald, in dem die Vögel um die Wette schreien. Ist das schön! Und es bleibt auch noch trocken! Betonung auf: „noch“…

Aufhausen ist schnell durchquert und schon bin ich – direkt vor dem nächsten Aufstieg – an der Egerquelle. Wozu hab ich eigentlich das Wasser mitgeschleppt? Diese rare Gelegenheit zur Naturversorgung hab ich irgendwie nicht eingeplant gehabt.

Also, weiter und wieder lang bergauf, allerdings in dem beruhigenden Wissen, daß nach diesem zweiten heftigen Aufstieg der größte Teil der heute anstehenden Höhenmeter abgearbeitet ist. Inzwischen hab ich auch drei kräftige Schauer hinter mir, die unter dem Blätterdach aber kaum zu spüren waren. Dafür stellt sich jetzt hartnäckiger Nieselregen ein und der wird besonders unangenehm, als ich bei Hülen ein gutes Stück auf freiem Feld zurücklegen muß. Wind ist schon was ekelhaftes!

Vorbei an Schloß Kapfenburg und schon scheint wieder die Sonne. Aber es bleibt angenehm kühl und so kann ich die lange Strecke mit der seltenen Gelegenheit zur Aussicht richtig genießen, bevor mich nach zwei Kilometern wieder der Wald verschluckt.

Dieses Mal ein etwas langweiliger Wald, breite Forstwege, nichts wirklich spektakuläres. Dazu wieder Regen. Um 14:20 überquere ich die A7 und schlagartig herrscht strahlender Sonnenschein bei blauem Himmel! Der Wald dampft wie eine türkische Sauna und ich gönne mir ein ausgiebiges Schokoriegel-Menü.

Der Rest des Weges bleibt wenig interessant (wenn man von der Abwechslung durch die ständigen Wetterwechsel absieht), und so erreiche ich um Viertel vor fünf die Straße, die mich den einen, letzten Kilometer nach Brastelburg zu meinem Quartier führen soll. In genau dem Moment donnert es, und es fängt an zu schütten. Es regnet Hunde und Katzen! Der Poncho hält zuverlässig dicht und um Punkt 17:00 stehe ich vor dem Gasthaus. Boah, ich bin ganz schön geschafft.

26,5 km waren es heute und dabei ganz schön viel zu steigen. Die längste Etappe auf dieser Tour. Meine volle Aufmerksamkeit gilt jetzt also der Speisekarte … 😁


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